SCHLÄFENSCHMERZ
Schmerz in der Schläfe, im Schläfenbereich

Als Schläfe bezeichnet man die seitlichen Kopfpartien zwischen Stirn und Ohr.

Ein akuter (= plötzlich und heftig einsetzender) Schläfenschmerz tritt hauptsächlich im Rahmen von Verletzungen auf, so z.B. bei einer Fraktur (= Knochenbruch) des Schläfe n- oder Joch bein s.

Im Folgenden werden Krankheiten aufgeführt, bei denen das Symptom (= Krankheitszeichen) Schläfenschmerz (mit) im Vordergrund steht.

Aurikulotemporales Syndrom

Diese Schmerzkrankheit wird auch als Auriculotemporalis-Neuralgie oder Frey-Syndrom bezeichnet.
Das Schmerzbild ist charakterisiert durch einen anfallsartig auftretenden brennenden Schmerz prä- und periaurikulär
(= vor und um das Ohr herum) und vor allem im Schläfenbereich. Der Patient verspürt im betroffenen Bereich ein Wärme- oder Spannungsgefühl.
Diagnostisch richtungsweisend ist eine Hautrötung und Hyperhidrose
(= vermehrtes Schwitzen) im Oh r / Schläfenbereich, ausgelöst durch örtliche Reizung des Nervs sowie durch bestimmte Speisen (sog. Geschmacksschwi tzen).
Hier gelangen Sie zu einer Datei, in der dieser Schläfenschmerz einschließlich der Behandlungsmöglichkeiten ausführlich beschrieben werden.

Neuropathie des N. auriculotemporalis

Im Gegensatz zum auri kulotemporalen Synd rom besteht eher ein Dauerschmerz, auch liegen in der Regel keine oder nur gering ausgeprägte vegetative Begleiterscheinungen (vermehrtes, örtliches Schwitzen oder Hautrötung) vor.
Medikamentös können schmerzdistanzierende Antidepressiva in Kombination mit Schmerzmittel versucht werden.
Zur Schmerztherapie eignen sich im Rahmen der therapeutischen Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) besonders wiederholte Nervenblockaden des N. mandibularis durch die Incisura mandibulae (= Einbuchtung des Unterkiefer s nahe am Kiefergelenk) hindurch in der Fossa pterygopalatina (= Flügelgaumengrube, zwischen dem Flügelfortsatz des Keilbeins hinten und der senkrechten Platte des Gaumenbeins gelegen) sowie flächenhafte Infiltrationen im Ausbreitungsgebiet (Sch läfe und ums Oh r herum).
In hartnäckigen Fällen sind Stellatumblockade
n (= Blockaden, Betäubungen einer vegetativen Schaltstelle im seitlichen Halsbereich) mit einem lang wirkenden Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) zu empfehlen, optimal kontinuierlich mit Katheter.

Arteriitis temporalis (Arteriitis granulomatosa (= En tzündung der Schläfenschlagader))

Ursache ist die Riesenzellarteriitis (= En tzündung einzelner bis aller Schichten der Schlagaderwand), die vorwiegend neben der A. temporal is (= Schlagader an den Schlä fen) auch die A. carotis externa (= äußere Halsschlagader) und die A. centralis retinae (= Schlagader im Auge) befallen kann. Der anhaltend bohrende, in seiner Intensität wechselnde Schläfenschmerz tritt meist im Rahmen eines allgemeinen Krankheitsgefühls auf. Häufig bestehen auch Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen.
Bei Befall der Kaumuskulatur tritt die typische Claud
icatio masticatoria (= Kaumuskelschwäche) auf. Die Blutsenkung ist regelmäßig stark erhöht.
Schon der Verdacht auf eine Arterii
tis temporal is zwingt wegen der Gefahr der Erblindung (Befall der A. centralis retinae) zur sofortigen Kortisonbehandlung. Der Nachweis der Krankheit erfolgt histologisch (= durch Gewebeuntersuchungen).

Migräne

Nicht selten kommt es vor, daß sich die Schmerzanfälle auf eine Schläfe nseite konzentrieren und dann wie ein Schläfenschmerz imponieren.
Hier gelangen Sie zu einer Datei, in der die Migräne einschließlich der Behandlungsmöglichkeiten ausführlich beschrieben wird.

Spannungskopfschmerz

Diese Kopfschmerz -Art kann auch in Form von Schläfenschmerz en auftreten, in der Regel sind dann aber beide Schläfe n betroffen.
Mehr über diesen Schmerz erfahren Sie hier
.

Cluster Kopfschmerz

Synonyme (= weitere Bezeichnungen) für diese eigenständige, von der Migräne und der Trigeminusneuralgie abzugrenzende Kopfschmerz art sind: Erythroprosopalgie, Bing-Horton Kopfschmerz, zil iare Neuralgie und N. pe trosus- Neuralg ie.
Die Krankheitsursache ist unbekannt.
Hauptsymptom
(= vorherrschendes Krankheitszeichen) des Cluster-Kopfschmerz es ist der streng einseitig, in aller Regel periorbital (= um das Auge herum) oder frontotemporal (= Stir n-/Schlä fenbereich betreffend) in Attacken und vorwiegend nachts auftretende Schmerz von unerträglicher Intensität und einer durchschnittlichen Dauer bis zu wenigen Stunden. Überwiegend wird der Schmerzcharakter mit bohrend oder brennend angegeben. Typischerweise, jedoch nicht zwingend, kommt es zu Tränenfluß und Rötung des schmerzseitigen Auges, evtl. begleitet von Engstellung der Pupille und Verengung der Lidspalte (partielles Horner-Syndrom) sowie Nasenträufeln als Begleiterscheinungen. Nicht selten dominiert bei dieser Krankheit ein Schläfenschmerz.
Mehr über diesen Schläfenschmerz einschl. Behandlungsmöglichkeiten erfahren Sie hier
.

Costen-Syndrom (kraniomandibuläre Dysfunktion)

Patienten mit einem Costen-Syndrom verspüren hauptsächlich einen Schmerz im Schläfenbereich und am seitlichen Oberkiefer. Öfters strahlen die Schmerz en auf der selben Seite auch ins Oh r, zur Stirn und / oder in die Augenhöhle aus.
Beim Costen Syndrom liegt eine Fehlfunktion des Kiefergelenk
es vor, wofür verschiedene Ursachen in Frage kommen können: schlecht sitzende Prothese, das Fehlen der hinteren Mahlzähne oder eine Bißanomalie. Die Fehlfunktion führt schließlich zu einer Arthrose des Kiefer gelenk s. Häufig kauen die Patienten nur einseitig.

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Aktualisiert:>26.02.2008</> kusb&
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